UNION GLASHÜTTE – ZEIT IN BEWEGUNG

Seit ihren Anfängen vor über 125 Jahren hat sich die Marke Union Glashütte der feinen Uhrmacherei verschrieben und gibt mit ihren Kollektionen ein Beispiel für Glashütter Uhrengeschichte. Der Kaufmann und Unternehmensgründer Johannes Dürrstein verfolgte von Beginn an das Prinzip, seine hochwertigen und präzisen Uhren in Glashütter Qualität für einen größeren Kundenkreis erschwinglich zu machen. Dieses Anliegen blieb im Laufe der bewegten Unternehmensgeschichte von Union Glashütte stets dasselbe, und fand doch zu jeder Zeit einen neuen Ausdruck. Es hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren.

1845

Am 22. August 1845 kommt Johannes Dürrstein in Niederrad bei Frankfurt zur Welt.

Im selben Jahr startet der Dresdner Uhrmacher Ferdinand Adolph Lange mit finanzieller Unterstützung des sächsischen Hofes eine Uhrenmanufaktur in Glashütte und legt damit den Grundstein, um im Erzgebirge ein Uhrmacherhandwerk nach Schweizer Vorbild zu etablieren.

Sein kaufmännisches Wissen erwirbt Dürrstein in der Furniturenhandlung Ludwig & Fries in Frankfurt/Main.

Während seiner Wanderjahre und seiner Vertretertätigkeit knüpft er Kontakte zu Uhrenproduzenten und Abnehmern in der Schweiz und Deutschland.

1874

Am 19. Januar 1874 gründet Johannes Dürrstein die Uhren-Großhandlung Dürrstein & Comp. in Dresden.

Im selben Jahr übernimmt er den Generalvertrieb für die Uhren der Firma A. Lange & Söhne aus Glashütte.

1882

Julius Bergter, der als Uhrmacher in der Uhrenfabrik Moritz Großmann und als Lehrer an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte arbeitet, wird Mitarbeiter und bald enger technischer Berater bei Dürrstein & Comp. in Dresden.

Viele seiner Entwicklungen werden für Dürrstein & Comp. patentiert.

1893

Am 1. Januar 1893 gründet Johannes Dürrstein parallel zu seiner Dresdner Uhren-Großhandlung die Uhrenfabrik Union in Glashütte.

Julius Bergter steht dem Unternehmen als Direktor vor.

Bereits im selben Jahr präsentiert und verkauft Dürrstein auf der Weltausstellung in Chicago eine Grande Complication.

1893

Für die Marke Union wird eine Schutzmarke mit einem stilisierten Tempel eingeführt.

Das Symbol bescheinigt die Originalität der Glashütter Union Uhren.

1895

Die in Chicago gezeigte Grande Complication wird in modifizierter Form als „Jubiläumsuhr“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Glashütter Uhrenindustrie präsentiert.

Es ist die erste Grande Complication, die in Glashütte gebaut wird, und besitzt die Funktionen Chronograph Rattrapante mit springender Sekunde, 30-Minutenzähler, Ewigem Kalender, blitzender Sekunde, Mondphase, Minutenrepetition, Grande und Petite Sonnerie.

Insgesamt werden später sechs Exemplare hergestellt.

1899

Die Union Uhrenfabrik zieht in ein modernes Produktionsgebäude auf der Hauptstraße 41 ein.

1900

Unter der Regie von Julius Bergter wird die „Universaluhr“ vollendet und für 12.000 Mark angeboten.

Zwei weitere Werke bleiben zunächst unvollendet.

Außer den Komplikationen der Jubiläumsuhr besitzen diese drei Uhren eine zusätzliche Weckerfunktion.

Ebenso wird im Jahr 1900 die Produktpalette um Beobachtungsuhren erweitert.

1903

Nach dem Tod seines Bruders, Friedrich Dürrstein, führt dessen Frau Lina mit ihren Söhnen das Unternehmen Dürrstein & Comp., Dresden, fort.

Der Uhrmacher Emil Leutert wird als Regleur angestellt. Er arbeitet bis zur Firmenschließung im Jahr 1925 als Betriebsleiter und repariert anschließend als Selbstständiger Union Uhren.

1907

Einführung von Marine-Chronometern

1919

Hugo Bogusch tritt die Nachfolge von Julius Bergter an und ist bis 1925 als Direktor der Union Uhrenfabrik tätig. Er versucht, die Firma auf eine rationelle Produktion umzustellen.

In der Übergangsphase produziert Union die flachsten Taschenuhrwerke in Glashütte.
Es werden nur wenige Armbanduhren fertiggestellt. Sie sind mit einem Damentaschenuhrwerk ausgestattet.

1936

Die Uhrenfabrik Union wird aus dem Handelsregister gelöscht.

1996

Die Union Uhrenfabrik GmbH wird am 13. August 1996 als Tochterunternehmen von Glashütte Original neu gegründet.

1997

Union Glashütte tritt mit einer Armbanduhren-Kollektion im Markt auf, die im Auftrag bei Glashütte Original konstruiert und in voller Fertigungstiefe hergestellt werden.

2000

Die Schweizer Swatch Group AG übernimmt Union Glashütte.

Die Entwicklung von Glashütte Original schöpft die Produktionskapazitäten voll aus.

Es fehlt an Ressourcen für die Herstellung von Union-Uhren.

2008

Die Geschäftsleitung der Swatch Group entscheidet, beide Firmen getrennt fortzuführen.

Union Glashütte richtet sich neu aus und präsentiert sich fortan als eigenständige Marke mit eigener Produktion und Kollektion.

2010

Union Glashütte engagiert sich erstmals als Uhrenpartner der Sachsen Classic und in der Folge bei weiteren Oldtimerveranstaltungen.

2012

Die Union Uhrenfabrik bezieht ein neues Produktionsgebäude im Glashütter Frühlingsweg Nr. 5.

2018

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Firmengründung würdigt das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte mit der Sonderausstellung „Union Glashütte – 125 Jahre Deutsche Uhrmacherkunst“ die Geschichte der Union Uhrenfabrik.

Mit der limitierten Jubiläumsedition 1893 Johannes Dürrstein zollt Union Glashütte der eigenen Geschichte Tribut.

Die Uhr mit Handaufzugskaliber vereint Glashütter Tradition mit modernem Uhrmacherhandwerk.